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Gründung und Organisation
Die jetztige Musikgesellschaft Ufhusen wurde am 20. Januar 1902 von zwölf Gründungsmitgliedern gegründet. Die Instrumente wurden zuerst nur gemietet und die Direktion dem Dorflehrer übertragen.

Im Jahre 1919 unterzeichneten 15 Mitglieder des Musikvereins die ersten Statuten. In den Statuten ist unter Artikel 1 „Zweck“ sinngemäss beschrieben: Unter dem Namen „Musikgesellschaft Ufhusen“ besteht in Ufhusen ein politisch neutraler Verein, der seinen Zweck hat, mit seinen Mitgliedern zur Pflege des gesellschaftlichen Lebens Instrumentalmusik auszuüben und dadurch zur Verschönerung von öffentlichen Anlässen beizutragen“. Ein ganz besonders auffälliger Artikel war der vermutlich absichtlich mit der Zahl 13 bezeichnete „Bussen“ in dem beschrieben ist:

Es treten folgende Bussen in Kraft:

Für unentschuldigte und ungenügend begründete Abwesenheit

a an Übungen 60 Rappen

b an Ausflügen 10 Franken.

Ohne triftigen Grund um mehr als 15 Minuten zu spät erscheinen bezahlen:

a an Übungen 30 Rappen

b an Aufführungen 2 Franken.

Zum Thema Absenzen wurde an der Generalversammlung vom 18 Juli 1928 eine weitere radikale Massnahme beschlossen: Da der Probenbesuch immer mehr und mehr vernachlässigt wurde, stellte Präsident Wüest den Antrag, wenn von jetzt an ein Aktivmitglied die Probe mehr als drei mal unentschuldigt verfehlt, hat die Musikgesellschaft das Recht ein solches Mitglied sofort von der Gesellschaft auszuschliessen. Nach heftiger Diskussion wurde dieser Antrag einstimmig genehmigt.

Im Jahre 1924 schlossen sich Musikgesellschaft und gemischtem Chor zu einer Theatergesellschaft zusammen. An den Musikkonzerten wurde jeweils neben dem musikalischen Teil auch noch ein Theaterstück aufgeführt. Dasselbe Vorhaben bestand 1949 mit dem Cäcilienverein. Aus dem Protokoll der Vorstandssitzung vom 15. November 1949 ist zu entnehmen:

An der Musikprobe von gestern war der Vorschlag gefallen 2 Jahre zu probieren und nachher einen definitiven Beschluss zu fassen. Der Antrag erreichte aber die Mehrheit bei der Abstimmung nicht. Nun werde die Pro und Contra nochmals gründlich erwogen und mehr und mehr zeigt es sich aber, dass getrennte Spielweise für unsere Gesellschaft vorteilhafter ist. Man einigte sich darauf dem Cäcilienverein eine diplomatische Absage zu erteilen, damit sie nicht als Korb aufgefasst werden könnte.
 
Uniformen und Fahnen
Ein frohes Erlebnis für den Musikverein war die Einweihung der ersten Uniform.

Am 5. Februar 1930 konnten die Musikanten mit einer schmucken, grün-schwarzen Uniform in die Pfarrkirche zu einem Gottesdienst einziehen.

Man befasste sich jedoch 1929 bereits mit dem Gedanken eine Unfiform zu erwerben. Es bot sich die Gelegenheit, die alte Uniform der Musikgesellschaft Zell zu erwerben. Es steht dazu kurz und bündig geschrieben:

Da die Musikgesellschaft Zell ihre alte Uniform verkaufen wollte, wurde bei uns eine Anregung gemacht, sich darum zu bewerben, was auch getan wurde. Wir holten sie hinauf zur Ansicht und erlaubten sie uns zu 20 Franken per Stück. Nun folgte die Abstimmung ob man sie wolle oder nicht. Die geheime Wahl ergab nun von 19 Anwesenden 3 Ja zu 15 Nein, 1 Stimme war ungültig. Somit war die Sache erledigt und man brachte Ihnen die Uniform wieder retour.

Ein weiterer bedeutungsvoller Markstein in der Vereinsgeschichte war die Weihe des ersten Banners im Jahre 1943. Der Schluss des ausführlichen Berichtes zu diesem Anlass lautet:

Nachdem unser Präsident mehrmals alles verdankt hatte, wurde die Fahne unter klingendem Spiel beider Vereine (Zell und Ufhusen) ins Stammlokal verbracht. Nachher kam das Tanzbein noch recht in Schwung. Die Sonne steigt schon bald im Osten auf, als die letzten Festbesucher den Heimweg antraten.

Neu beflaggt besuchte der Verein in den folgenden Jahren mehrere kantonale und ausserkantonale Anlässe. 1952 feierte die Musikgesellschaft Ufhusen ihr 50-jähriges Bestehen. An diesem runden Geburtstag wollte sich der Verein in einer neuen Uniform präsentieren und ersetzte das alte Modell durch eine neue blaue Uniform. Die alte Uniform aus dem Jahre 1930 wurde an die Musikgesellschaft Brigels GR verschenkt. Die Zukunft des Vereins wurde mit der Gründung einer Musikschule im Jahre 1974 sichergestellt. Die Jahre zuvor war der Verein selber für die Ausbildung der Musikanten zuständig gewesen. Hatte man damals Lücken in der Besetzung muss es einfach gewesen sein die nötigen Bläser zu finden. Aus dem Protokoll der Vorstandssitzung vom 18. Juli 1926 ist zu entnehmen:

Da in der Gesellschaft die vereinzelten Stimmen nur noch schwach besetzt sind wurde beschlossen wieder ein paar Junggesellen nach zu lernen und sobald als möglich mit den Proben zu beginnen.

Die dritte Uniform in der Vereinsgeschichte konnte 1972 angeschafft werden. Man entschied sich einstimmig für das braun-beige Modell, welches den Verein 25 Jahre lang kleidete. Durch den Verkauf eines Waldstückes stellte die Neuanschaffung keine grosse finanzielle Probleme. Diese Uniform wurde an der grossen 70-Jahrfeier der MGU festlich eingeweiht. Die alte blaue Uniform konnte dem Musikverein in Bellwald VS übergeben werden. 1977, zum 75-jährigen Bestehen, gab es eine neue Fahne. Eine Teilinstrumentieren erfolgte im Juli 1987 anlässlich der 85-Jahrfeier.

Zum 95-jährigen Bestehen der MG Ufhusen, konnte im Sommer 1997 die vierte Uniform in den Farben grün und schwarz (grüne Jacke, schwarze Hose) mit einem roten Gilet und einer passenden Schirmmütze eingeweiht werden.

Einen wichtigen Einschnitt in die Geschichte der MGU war die Taktstockübergabe an Paul Gygli vor fast 30 Jahren. Aus einer Blasmusik des alten Stils entstand eine moderne Brass Band. Die Umstellung wurde durch Erfolge an mehreren Eidgenössischen Anlässen belohnt, u.a. in Lausanne und Lugano.

In einem Zeitungsartikel, der nach dem Kirchenkonzert der Musikgesellschaft Ufhusen in Ballwil veröffentlicht wurde, trägt den Titel:Blasmusik in Vollendung

Es steht weiter geschrieben:

Die Musikgesellschaft Ufhusen darf stolz sein auf ihre hervorragende Leistung, die sie ohne Ausnahme mit eigenem Holz (oder besser Blech) erbringt.

Auch unter der Leitung von Herbert Renggli, Ernst Meier und Lukas Erni behielt die Musikgesellschaft Ufhusen den bewährten Brass-Band-Stil bei. Und auch die Erfolge blieben weiterhin nicht aus. Dies beweist der Zeitungsartikel zum Eidgenössischen Musikfest in Lugano unter der Leitung von Ernst Meier 1991, der den Titel trägt:

Zum Beispiel die MG Ufhusen – ein Erlebnis Grandioso. Grandioso, also grossartig, verlief für die MG Ufhusen das 29. Eidgenössische Musikfest.

Für das 100-jährige Bestehen können wir nicht wieder eine neue Uniform anschaffen, denn unsere Uniform, die wir nun seit 5 Jahren tragen, ist und bleibt vermutlich noch lange einfach die schönste.
 
Reisen und andere Gesellschaftliche Anlässe

Zur Pflege der Kameradschaft und Gemütlichkeit wurden zahlreiche Ausflüge und Reisen unternommen. Ein erster ausführlicher Reisebericht findet sich in den Protokollbücher datiert mit 18. Juli 1926. Der Verein entschloss sich aus den vom Vorstand unterbreiteten Möglichkeiten Wägital, Rigi oder Berner Oberland ins Berner Oberland zu reisen. Dazu steht geschrieben:

Nach angeregter Diskussion wurde endlich beschlossen, eine Reise ins Berner Oberland zu unternehmen, welche Donnerstag den 18. Juli ausgeführt werden soll, falls es dann die Witterung erlaube.

Die Witterung schien ein entscheidender Faktor gewesen zu sein. Die Wetterbeobachtungen sind peinlich genau beschrieben.

Bald nach 2 Uhr Nachts standen 2 Mitglieder vor einem Haus und blickten verlegen zu dem mit Wolken überdeckten, schwarzen Himmel hinauf. Jedesmal wenn ein kleines Sternlein durch die Wolken blitzte wurde ihre Hoffnung auf einen schönen Tag grösser.

Der Ausflug konnte dann wie geplant durchgeführt werden und es soll sehr schön gewesen sein.

Wir nahmen Abschied von einander mit dem Gefühl ein wirklich genüsslicher Tag erlebt zu haben.

Da solche Ausflüge stets Ebbe in der Vereinskasse hervorriefen, versuchte man erstmals im Jahre 1928 einen Maskenball und ein Waldfest durchzuführen, um die Kasse wieder zu stärken. Diese beiden Anlässe genossen grosse Beliebtheit und sollen sich glänzend bewährt haben. Zum Maskenball vom 27. Januar 1937 liest man:

Der am 27. Januar abgehaltene Maskenball bewährte seine alte Anziehungskraft. Der vergrösserte Kreuzsaal mochte die Leute fast nicht zu fassen, waren doch alle Gewiss, eine recht gemütliche Nacht zu verbringen.